Porter Thomson
Der Autor aus Cuxhaven

Der Beginn

Am Anfang ist ein weißes Blatt Papier


Der Tag an dem ein Autor geboren wird, beginnt damit, dass er plötzlich, einer Eingebung gleich, die Idee zu einer, wie er findet, richtig tollen Geschichte hat. Wenn einem so etwas widerfährt, und man diese Idee später wirklich verfolgen möchte, sollte man sich diese Idee in kurzen Worten irgendwo nieder schreiben. Es brauch nichts Großes zu sein! Ein Zettel, ein kleines Notizbuch oder einfach ein Terminplaner reicht schon aus. Zu schnell ist diese Idee vom Kurzzeitgedächtnis gelöscht worden und die Chance auf eine richtig gute Geschichte ist vertan!
Hat man dies alles bedacht, kommt dann der Moment, an dem man die Zeit gefunden hat und daheim vor dem heimischen PC, oder wer es altmodisch mag, vor der Schreibmaschine sitzt. Hier stößt man auf die erste scheinbare Hürde, die es zu überwinden gilt. „Wie fange ich am besten an?“
Gerade die ersten Zeilen, oder die ersten Seiten, sollten den Leser so weit neugierig machen, dass er ein dringendes Bedürfnis verspürt auch den Rest der Geschichte zu lesen. Diese ersten Seiten sind auch jene Seiten, welche der potentielle Leser im Buchladen oder im Internet lesen wird. Sie sollen quasi der Einheizer, der Aufwärmer sein. Bei der Gestaltung der ersten Seiten bieten sich mannigfaltige Möglichkeiten, welche ich hier nun versuchen möchte aufzulisten. Da die Vielfalt in der Literatur schier unendlich scheint, möge mir der Leser verzeihen wenn ich die eine oder andere Variante vergessen oder mich vielmehr auf die bedeutendsten Punkte beschränkt habe.

 

 

Wesentliche Faktoren für eine gute erste Szene


 

Folgende Kriterien können einen Prolog interessant machen und den Leser zum Kauf des Buches animieren.

 

fesselnde Handlung, Action

Konflikte zwischen Hauptfiguren erzeugen

Vorahnungen suggerieren

vielschichtige Charaktere

Verwicklungen, Rätsel, Fragen

 

 

 

Beachtet man wenigstens zwei der genannten Punkte kann der Prolog seinen Zweck erfüllen.

 


1. Eine Einleitung

Eine Möglichkeit ist die Variante, seine Geschichte damit zu beginnen, dass man in einem kurzen Text die Handlung seiner Geschichte beschreibt, ohne natürlich das Ende zu verraten. Das wäre so ähnlich, als würde man von einem Witz die Pointe vorab zum Besten geben!
Jedoch gebe ich zu Bedenken, dass es auf den meisten Büchern, die es heutzutage zu kaufen gibt, den sogenannten Klappentext auf dem hinteren Bucheinband gibt. Dieser macht eigentlich eine Einleitung hinfällig. Selbst wenn der Leser sein Buch im Internet kauft bekommt er vom Anbieter einen sogenannten Kurztext geliefert. Außerdem hat eine solche Einleitung eher etwas unpersönliches an sich, was den Leser nur bedingt anspricht. Auf den ersten Seiten möchte der Leser erfahren, wie der Autor seine Geschichte geschrieben hat, ob sich der Text angenehm lesen lässt oder ob der Text angemessen leicht verständlich ist. Jeder Leser stellt da andere Ansprüche. Deswegen ist die am weitesten verbreitete Variante, eine Geschichte zu beginnen

2. Der Prolog

Ein Prolog ist an und für sich eine kleine in sich geschlossene Geschichte, über maximal drei bis vier Buchseiten, welche scheinbar weniger mit der eigentlichen Story zu tun hat. Hierbei reflektiert man einen Handlungsablauf, welcher sich im Vorfeld, der Zukunft oder am Rande der eigentlichen Geschichte ereignet. Später, während der Leser bereits die Geschichte liest, gewinnt der Prolog mehr und mehr an Bedeutung. Es gibt also drei Grundvarianten eines Prologes.

  • Vergangenheit
  • Gegenwart
  • Zukunft

Die Reflexion der Vergangenheit

Man beschreibt eine Begebenheit welche sich im Vorfeld der eigentlichen Geschichte ereignet hat und später manchmal sogar am Ende der Geschichte an Bedeutung gewinnt. Hierbei ist wichtig, dass es wie in jedem Prolog spannend sein sollte. Bei einem Krimi oder Thriller kann man zum Beispiel einen Mord oder eine spannende und bedeutende Szene beschreiben, die sozusagen bereits den Kern der Handlung anschneidet. Man sollte tunlichst darauf achten, dass man nicht schon im Prolog des Rätsels Lösung offenbart. Man muss unbedingt dem Leser ein offenes Ende präsentieren. Dann ist er neugierig genug weiter zu lesen.

Die Reflexion der Gegenwart

Man beschreibt spannend das Umfeld, das aktuelle Zeitgeschehen einher gehend mit einer, für die Geschichte bedeutenden, Handlung. Wenn es die Story hergibt, kann man auch eine historische, tatsächliche Gegebenheit verarbeiten, in welche die Handlung einfließt.
Wichtig dabei ist, dass man das Umfeld, das Milieu der Geschichte beschreibt. So kann der Leser schon im Prolog in die Welt seines potentiellen neuen Buches eintauchen. Auch hier sollte dem Leser eine spannende Handlung mit einem offenen Ende geboten werden.

Die Reflexion der Zukunft

Diese Form des Prologes ist oftmals sehr spektakulär! Das muss er auch sein, kann doch der Leser in der Regel zunächst keinen Zusammenhang entdecken, da es ja erst im späteren Verlauf der Geschichte passieren wird!
Dieser Prolog muss überzeugen durch eine rasante und fesselnde Handlung, dass dem Leser förmlich schwindlig wird. Bei diesem Prolog muss der Autor all sein handwerkliches Geschick in die Waagschale werfen, den Leser durch seinen Stil überzeugen. Auch hier ist wichtig, dass das Ende offen bleibt.


Zum Abschluss des Themas Prolog noch ein paar allgemeine Tipps.
Wie weiter oben schon angedeutet, sollte der Prolog nicht länger als drei oder vier Seiten sein. Der Kunde im Buchladen oder im Internet mag es kurz und knackig. Wenn es bei ihm nicht auf den ersten drei oder vier Seiten des Buches funkt, hat das Buch bei diesem Leser verloren und er legt es wieder zurück ins Regal!
Der Prolog und auch die Einleitung sind, wie Kurztext oder Klappentext, ein Aushängeschild, die Visitenkarte einer Geschichte. Wenn da nicht alles perfekt ist, schreckt das den Leser ab. Deswegen ist es gerade hierbei wichtig all sein Geschick in die Einleitung oder den Prolog zu stecken. Bringen Sie voll und ganz ihren persönlichen Stil rüber und vermeiden Sie unbedingt Rechtschreibungs- oder Grammatikfehler. Leser sind da gnadenlos und erkennen selbst die kleinsten Patzer. Bevor Sie Ihr Buch der Leserschaft präsentieren, werden Sie es mit Sicherheit mehrfach einer Korrektur unterziehen. Hier und da in der Geschichte den einen oder anderen kleinen Fehler verzeiht einem der Leser eher als im Prolog oder in der Einleitung. Da muss alles zu 100% passen.
Man kann es sich natürlich auch ganz einfach machen und schreibt zunächst die Geschichte nieder. Anschließend befasst man sich als Letztes mit der Einleitung oder dem Prolog. Denn oftmals ist es ja so, dass man zwar eine Idee zu einer guten Geschichte hat, aber der genaue Handlungsablauf sich erst beim Schreiben entwickelt. Jedoch der Übersicht wegen, gehe ich in meinen hier dargelegten Gedanken der Reihe nach.

3. Ein fesselndes 1. Kapitel
 
Man kann natürlich auch ohne Einleitung oder Prolog mit der eigentlichen Geschichte beginnen. Auch hier bieten sich in der Vorgehensweise zahlreiche Möglichkeiten. Ich beschränke mich auf die wesentlichen, oder vielmehr am leichtesten realisierbaren zwei Möglichkeiten. Schließlich und endlich liegt es beim Autor selbst, wie er seine Geschichte beginnt.
 
Es fing doch alles so harmlos an!
 
Eine Möglichkeit wäre, gleich mit der eigentlichen Geschichte zu beginnen, die Welt unserer Geschichte in ihrer Schönheit, in allen möglichen schillernden Farben zu beschreiben. Man geht auf den Protagonisten ein, auf dass sich der Leser von vornherein mit ihm assoziieren kann. Doch auch hier sollte spätestens ab der dritten Seite mit der eigentlichen Handlung begonnen werden, damit der Leser ungefähr eine Ahnung hat, was ihn auf den nächsten vielen Seiten erwartet. Je schöner in diesem Fall das erste Kapitel geschrieben ist, um so interessierter werden die Leser auch den Rest lesen wollen.
Doch sollte sich der Autor davor hüten, es mit dem Widerspiegeln von Emotionen oder der Beschreibung des Umfeldes zu übertreiben. Sehr schnell fühlt sich der Leser, der gerne unterhalten werden möchte, gelangweilt. Das goldene Mittelmaß zu finden, ist hierbei die Kunst! Dies bezieht sich übrigens nicht nur auf das 1. Kapitel!
 
Alles beginnt mit einem gewaltigen Paukenschlag
 
Sehr gut kommt auch, wenn der Leser bereits auf der ersten Seite förmlich von den Socken gehauen wird und gleich von Beginn an in eine rasante Handlung verwickelt wird, aus der er scheinbar nicht mehr so einfach heraus kommt. Er möchte ja unbedingt wissen wie es weiter geht!
Diese Variante eignet sich vortrefflich für Krimis, Thriller, Fantasy- oder Abenteuerromane. Jedoch hat dieser mögliche Einstieg auch einen kleinen Haken. Diese Möglichkeit setzt in Sachen Handlung und Spannung von Anfang an ein sehr hohes Level an, welches man unter Umständen nur noch schwerlich steigern kann. Aber gerade das erwartet der Leser von einer guten Geschichte!
Satzbau, Textkörper, Dialoge





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