Porter Thomson
Der Autor aus Cuxhaven

LP: Akakor und die Zeit des Erwachens



Bei Amazon gibt es das Taschenbuch und das Kindle E-Book

Der Videotrailer zum Buch

 

Im Jahre 1976 sorgte ein Buch über eine versunkene Stadt im Dschungel des Amazonas weltweit für Aufsehen! Sein Titel „Die Chronik von Akakor“ von Karl Brugger.

In diesem Buch hat der Autor die Ausführungen des angeblichen Indianerhäuptlings der Ugha Mongulala, Tatunca Nara festgehalten. Brugger führte mit ihm ausführliche Gespräche, die er später wortgetreu niederschrieb. Die Geschichte, welche sich ihm bot, war fantastisch wie unglaublich zugleich!

Man beschäftigte sich auch auf wissenschaftlicher Seite mit der Geschichte. Und andere Journalisten versuchten der Person um Tatunca Nara auf den Grund zu gehen. Ungewöhnlich schnell verlautbarte man, dass die Chronik von Akakor nicht mehr als ein fantastisches Märchen sei und Tatunca Nara ein Hochstapler. Man versuchte ihm sogar drei Morde an Touristen anzuhängen, obwohl es noch nicht einmal die dazugehörigen Leichen gab! Tatunca Nara beteuert bis heute, nichts mit dem Verschwinden der Leute zu tun zu haben, und dass er diese Leute nicht kennt.

Nach eingehender Beschäftigung mit der Geschichte rund um die Chronik von Akakor komme ich zu dem Schluss, dass es bei der Widerlegung der Geschichte um Akakor, sowie der Enttarnung des Tatunca Nara, einige Widersprüche gibt. Sie lassen vermuten, dass bei der Chronik von Akakor etwas im ganz großen Stil vertuscht und in der Öffentlichkeit unmöglich gemacht wurde. Zu viele Details wiesen Parallelen zu anderen unliebsamen Geschichten auf, die man aus der Weltgeschichte streichen wollte.

Am 1. Januar 1984 wurde Karl Brugger in Rio de Janeiro von einer bis heute unbekannten Person auf offener Straße erschossen. Offiziell wurde dieser Mord als Raubmord deklariert, obwohl Karl Brugger dabei nicht ausgeraubt wurde. Auch diesen Mord versuchte man vergeblich Tatunca Nara anzuhängen. Einen Tag nach dem Mord wollte Karl Brugger zurück nach Deutschland fliegen, um ein neues Buch zu veröffentlichen. Wollte man dies manchmal verhindern?

Nachdem der Autor mit seinen beiden zurückliegenden Büchern "Apollo 20 - Auf der Suche nach dem ersten Licht" und "The Redsun on the Horizon" zwei Achtungserfolge erzielte, scheint er sich mit diesem neuen Werk dem Genre des investigativen Journalismus' verschrieben zu haben. Auch in "Akakor und die Zeit des Erwachens" brilliert der Autor durch neue Erkenntnisse und eine ausgefeilte analytische Denkweise. Mit seinen berechtigten und zum Teil kontroversen Fragen regt er den Leser auf jeden Fall zum Nachdenken an.





 

Leseprobe



Einleitung

 

 

Im Rahmen meiner Recherchen zu einem meiner zurückliegenden Bücher, stieß ich aufgrund eines eher beiläufigen Querverweises zufällig auf die sagenumwobene wie spannende Geschichte um die versunkene Urwaldstadt Akakor, irgendwo in den schier endlosen Weiten des Amazonasgebietes. Festgehalten wurde diese Geschichte in dem 1976 erschienenen Buch „Die Chronik von Akakor“ von Karl Brugger.



In diesem Buch hat der Autor die Ausführungen eines angeblichen Indianerhäuptlings des mutmaßlichen Indianerstamms Ugha Mongulala, namens Tatunca Nara, festgehalten. Karl Brugger führte mit dem Indianerhäuptling ausführliche Gespräche, welche er auf insgesamt zwölf Tonbändern dokumentierte und später wortgetreu niederschrieb. Die Geschichte, welche sich da Karl Brugger bot, war so fantastisch wie unglaublich zugleich! Jedoch nahm Brugger in seiner Niederschrift diese Geschichte, die Chronik von Akakor, nicht kommentarlos hin, sondern glich sie Kapitel für Kapitel mit der damals bekannten Weltgeschichte ab.

Zugegeben! Am Ende konnte Karl Brugger den Wahrheitsgehalt jener Geschichte nicht endgültig beweisen. Jedoch konnte er sie auch nicht widerlegen! Zu viele Details und Variablen ließen am Ende die Möglichkeit offen, dass sich diese Geschichte so zugetragen haben könnte und dass es tatsächlich in den Tiefen des südamerikanischen Dschungels eine versunkene, oder vielmehr eine unterirdische Stadt, die Hauptstadt des Reiches der Ugha Mongulala namens Akakor, geben könnte.

Das Buch „Die Chronik von Akakor“ sorgte nach seinem Erscheinen im Jahre 1976 für weltweites Aufsehen und wurde in der Folge auch in mehrere Sprachen übersetzt.

Natürlich beschäftigte man sich auch auf wissenschaftlicher Seite mit dieser Geschichte. Und andere Journalisten versuchten der Person um Tatunca Nara auf den Grund zu gehen. Ungewöhnlich schnell verlautbarte man, dass die Chronik von Akakor nicht mehr als ein fantastisches Märchen sei. Man habe unumstößliche Beweise dafür gefunden, dass es sich bei Tatunca Nara um einen deutschen Hochstapler und Betrüger aus dem bayrischen Coburg mit dem Namen Günther Hauck handle. Allein diese Tatsache würde die Chronik von Akakor, und alles was damit zusammen hänge, ad absurdum führen. Man hatte es geschafft! Die Geschichtsschreibung nach der anerkannten Weltgeschichte und Schulwissenschaft war wieder einmal gerettet. Die Chronik von Akakor geriet daraufhin in der Öffentlichkeit wieder in Vergessenheit, vielleicht wie gewünscht.

 

Meine Beweggründe für dieses Buch

 

Am 1. Januar 1984 wurde Karl Brugger in Rio de Janeiro von einer bis heute unbekannten Person auf offener Straße erschossen. Zunächst verdächtigte man Tatunca Nara der Tat. Jedoch konnte er ein hieb und stichfestes Alibi für die Tatnacht nachweisen. Bis heute gilt der Mord an Karl Brugger als ungeklärt.

Nach eingehender Beschäftigung mit der Geschichte rund um die Chronik von Akakor komme ich heute zu dem Schluss, dass es bei der Widerlegung von Akakor und seiner Geschichte, sowie der angeblichen Enttarnung des Tatunca Nara doch einige Unstimmigkeiten und Widersprüche gibt, welche mich vermuten lassen, dass man auch bei der Chronik von Akakor etwas im ganz großen Stil vertuscht hat und in der Öffentlichkeit unmöglich gemacht, als Märchen dargestellt hat. Dies geschah in unserer Weltgeschichte leider zu oft! Zu viele Details der Vertuschungs- und Verleumdungskampagne wiesen doch Parallelen zu anderen unliebsamen Geschichten auf, ließen ein System erkennen, nachdem man unliebsame Kapitel unserer Weltgeschichte aus der selben gestrichen wissen wollte.

In diesem nun vor uns liegenden Buch werde ich die Geschichte um Akakor neu aufrollen. Am Ende hoffe ich, den nötigen kleinen Stein ans Rollen zu bringen, welcher uns schließlich nach Akakor führen und unsere Weltgeschichte maßgeblich verändern könnte.

 

Identitäten

 

Um einen Einstieg in unsere Geschichte zu finden sollten wir uns zunächst mit den Protagonisten dieser Story beschäftigen. Mit wem haben wir es hier zu tun? Beginnen wir zunächst mit jenem Mann, dem wir diese fantastische Geschichte um Akakor überhaupt zu verdanken haben.



Beginnen wir mit Karl Brugger. Karl Brugger wurde 1942 in Zell an der Mosel geboren. Nach seinem Abitur studierte er in München und Paris Soziologie, Zeitgeschichte und Journalismus. In der Folge wurde Brugger freier Korrespondent in Lateinamerika und entwickelte sich zu einem Kenner der indianischen Kulturen. Er etablierte sich als ein journalistischer Spezialist für Indianerfragen. Ab 1974 arbeitete Brugger für die ARD.

Mit diesen wenigen Informationen sehen wir schon jetzt, dass wir es bei Karl Brugger nicht nur mit einem gewöhnlichen Südamerikatouristen zu tun haben, welcher sich von einem Scharlatan so ohne weiteres hat einen Bären aufbinden lassen. Er konnte durchaus die dargebotenen Informationen differenziert betrachten. Das widerspricht den Behauptungen anderer Kreise, wonach sich Brugger von Günther Hauck (alias Tatunca Nara) hat verblenden lassen. Dies belegt auch eindrucksvoll sein Buch, in dem er jedes Kapitel analytisch mit der damals bekannten Weltgeschichte abgeglichen hat.




Bei Günther Hauck (oder doch Tatunca Nara?) gestaltet sich ein Blick auf sein Leben nicht ganz so einfach, wenn gleich wir über seine Person weitaus mehr Informationen zu haben scheinen, als wie über das Leben des Karl Brugger.

Nach der offiziellen Version des Hochstaplers, wie man sie leicht in der Wikipedia lesen kann, sei Tatunca Nara in Wahrheit Günther Hauck. Günther Hauck sei demnach am 5. Oktober 1941 im bayrischen Coburg geboren worden. Zu Beginn der 60ger Jahre des letzten Jahrhunderts habe er aus mehreren wirtschaftlichen Gründen, wie zum Beispiel einigen Unterhaltsschulden gegenüber seinen drei Kindern, Deutschland verlassen. Das Bundeskriminalamt habe gegen ihn ermittelt aber das Verfahren wegen „Abwesenheit des Beschuldigten“ eingestellt. Man kann lesen, dass Tatunca Nara (Günther Hauck) in Brasilien lediglich gebrochen Portugiesisch aber dafür fließend Deutsch habe sprechen können, was ihn bei den brasilianischen Behörden habe suspekt erscheinen lassen.

Bereits hier tauchen bei mir Widersprüche auf, welche doch Fragen aufwerfen. Betrachten wir die Angaben von Karl Brugger zu Tatunca Nara, wie man sie in der Einleitung seines Buches lesen kann.

 

Die ersten Minuten unserer Unterhaltung waren mühsam. Eher widerwillig beschrieb Tatunca Nara in gebrochenem Deutsch seine Eindrücke von der Stadt der Weißen mit den unzähligen Menschen, dem Hasten und Rennen auf den Straßen, den hohen Häusern und dem unerträglichen Lärm.“

 

Was haben wir davon zu halten? Wie gut kann ein Deutscher einem anderen Deutschen, zudem einem Journalisten, vorgaukeln, dass er nicht gut Deutsch spricht? Ist es nicht so, dass Brugger den Hochstapler im nu durchschaut hätte?

Jedoch gibt es bezüglich der Person Günther Hauck (alias Tatunca Nara) weitere Widersprüche, folgt man den Angaben Karl Bruggers.

Demnach holte sich Brugger, vielleicht um sich abzusichern, Informationen über Tatunca Nara ein. Im Rahmen dessen traf er 1972 auf einen Offizier des brasilianischen Geheimdienstes, welcher nur „M“ genannt wird. Dieser kannte Tatunca Nara bereits seit vier Jahren. Er bestätigte, dass Tatunca Nara nach einem Flugzeugabsturz in der Provinz Acre (tiefster Dschungel) zwölf brasilianischen Offizieren das Leben gerettet und sie wieder zurück in die Zivilisation gebracht habe.

Auf Fürsprache jener Offiziere, vielleicht aus Dank, erhielt Tatunca Nara ein sogenanntes Arbeitsbuch mit der Nummer 1918800 und einen Personalausweis mit der Nummer V-4333. Nach Zeugenaussagen habe der geheimnisvolle weiße Indianerhäuptling gebrochen Deutsch gesprochen und nur wenige Worte Portugiesisch beherrscht. Dafür würde er aber fließend die Sprachen einiger Indiostämme am Oberlauf des Amazonas beherrschen.

Wie gesagt, meine lieben Leser! Diese Informationen erhielt Brugger nicht etwa von Tatunca Nara selbst, sondern von einem Mitglied des brasilianischen Geheimdienstes, der sich auf Zeugenaussagen stützte!

Nun meine Frage! Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Deutscher aus dem bayrischen Coburg in etwa fünf Jahren seine Muttersprache verlernt und zugleich mehrere Indianersprachen perfekt erlernt? Ich gebe zu bedenken, dass man in der Wikipedia lesen kann, dass Tatunca Nara einen brasilianischen Pass hat, der ihn als Tatunca Nara ausweist und seine Herkunft als Indio belegt! Sollten die brasilianischen Behörden derart von Dummheit geschlagen sein, dass sie nicht einen Europäer von einem Indio unterscheiden können? Das ist doch sehr merkwürdig!

Übrigens existieren nur zwei nachweisliche Bilder von Günther Hauck mit denen man zweifelsfrei die angeblich wahre Identität des Tatunca Nara beweisen möchte. Schauen Sie sich jene Bilder an.



Auf den beiden oberen Abbildungen, also diese beiden jungen Burschen, wo man auch eine Frau sehen kann, sind Günther Hauck zu erkennen. Das untere Bild wiederum ist ein Bild von Tatunca Nara in Brasilien von 1968.

Alles andere was man hat sind Dokumente der deutschen Justiz, Günther Haucks Geburtsurkunde und ein brasilianischer Ausweis für Tatunca Nara mit einem unkenntlichen Bild. Daran möchte man Tatunca Naras angeblich falsche Identität bewiesen haben? Ich frage mich wie sich die Leute so einfach belügen lassen konnten? Wo hat dieses Jüngelchen Günther Hauck auch nur ansatzweise Ähnlichkeit mit Tatunca Nara?

Nach Tantunca Naras Angaben, im Rahmen der Chronik von Akakor, sei er als Sohn einer deutschen Frau namens Reinha und des damaligen Häuptlings Sinkaia 1937 geboren worden. Wörtlich heißt es:

 

Am Ende der Regenzeit des Jahres 12416, 1937 in der Zeitrechnung der weißen Barbaren, trat in Akakor ein lang ersehntes Ereignis ein. Reinha gebar Sinkaia einen Sohn. Sinkaias erstgeborener Sohn bin ich, Tatunca Nara, der letzte rechtmäßige Fürst der Ugha Mongulala, so wie es in der Chronik nieder geschrieben steht.“

 

Wie es zu dieser ungewöhnlichen deutsch/indianischen Beziehung gekommen sein soll, erfahren wir später.

1990 haben der deutsche Abenteurer und Survivalexperte Rüdiger Nehberg, sowie der Filmemacher Wolfgang Brög für den WDR eine 58 Minütige Dokumentation produziert, in der sie angeblich die Lügen um Tatunca Nara, dass er ja in Wahrheit Günther Hauck sei, aufdecken wollten. Diese Dokumentation lief auch im ARD Abendprogramm. Jedoch ist diese Dokumentation heute in den Archiven des WDR und der ARD nicht mehr zu finden. Lediglich bei Amazon ist noch eine DVD zu einem unerschwinglich hohen Preis von 99,99 Euro erhältlich. Das ist unverständlich und unverschämt!



Heute lebt Tatunca Nara mit seiner zweiten Frau Anita Katz Nara in Barcelos am Rio Negro und hat einen Sohn namens Seder Helio Katz Nara.

Bereits die Geschichte um Tatunca Nara wirft doch viele Fragen auf und ergibt zahlreiche Widersprüche, welche nicht zwangsläufig gegen die Chronik von Akakor und der unterirdischen Stadt Akakor sprechen.

Fassen wir alles kurz zusammen. Nach den Angaben der Wikipedia sei Günther Hauck zu Beginn der 1960er Jahre aus Deutschland verschwunden. Er ist also nicht etwa genau 1960 verschwunden, sondern, davon ist auszugehen, zwischen 1961 und 1963. Einigen wir uns der Übersicht wegen auf 1962. Günther Hauck kam demnach 1962 nach Brasilien und fristete fortan das Leben eines Indianers im tiefsten Dschungel Amazoniens. Das er weiterhin in der Zivilisation einer Großstadt lebte, ist abwegig, da wir die Aussagen des Geheimdienstmitarbeiters „M“ haben wonach der vermeintliche Günther Hauck wie ein tatsächlicher Indio in der Provinz Acre lebte. Brugger hatte seine erste Begegnung mit „Günther Hauck“ am 3. März 1972. Einige Tage später traf er sich mit „M“, der ihm bestätigte, dass Tatunca Nara diesem „M“ bereits seit vier Jahren bekannt sei, als dieser mysteriöse Indio in Acre zwölf brasilianische Offiziere nach einem Flugzeugabsturz rettete und in die Zivilisation zurück führte. Das bedeutet, dass „Günther Hauck“ zumindest bis 1968 im Dschungel gelebt haben muss! Nicht genug dessen! Er, ein Deutscher aus dem bayrischen Coburg, hat es demnach fertig gebracht, geschlagene sechs Jahre in der lebensbedrohlichen puren Wildnis des brasilianischen Dschungels zu überleben! Er, ein Zivilist aus der deutschen Wohlstandsgesellschaft, setzt sich mal eben in den tiefsten Dschungel ab, trotzt allen Gefahren wie gefährlichen Tieren, Krankheiten oder kriminellen Banden bzw. kriegerischen Indiostämmen und erlernt so ganz nebenbei, innerhalb dieser wenigen Jahre gleich mehrere Indiosprachen, wie Zeugen belegen. Zu allem Überfluss lernt er diese Sprachen nicht nur mal ebenso, um sich ein wenig mit den Einheimischen verständigen zu können. Nein! Er erlernt diese Sprachen so gut, als wären es seine Muttersprachen! Ach ja! Und so ganz nebenbei scheint er auch seine deutsche Muttersprache so sehr verlernt zu haben, dass er diese 1972 nur noch gebrochen sprechen kann!

Das ist absurd! Ich kann mir weder vorstellen, dass man als Europäer innerhalb von sechs Jahren gleich mehrere Indiosprachen erlernen kann, die in ihrer Linguistik so rein gar nichts mit europäischen Sprachen gemein haben, wie Englisch, Spanisch oder Portugiesisch. Noch kann ich mir vorstellen, dass man seine Muttersprache nach nur sechs Jahren so weit verlernt, dass man sie nur noch gebrochen sprechen kann. So schnell geht das nicht! Allein die Tatsache, dass man wenigstens noch zehn Jahre in seiner Muttersprache „denkt“, und sich allein deswegen schon den Wortschatz seiner Muttersprache erhält, macht es für mich fast unmöglich! Gegen einen Günther Hauck als Tatunca Nara spricht auch die Tatsache, dass ihn die brasilianischen Behörden als Indio klassifiziert haben. Das hätten sie nie gemacht, wenn Tatunca Nara ein Europäer oder gar ein Deutscher gewesen wäre!

Es bedarf eines Jahre langen Trainings im Vorfeld um in einer urbanen Wildnis wie dem brasilianischen Dschungel überleben zu können! Das ist nach einer relativ überstürzten Flucht vor der bundesdeutschen Justiz fast ausgeschlossen!

In den Unterlagen des brasilianischen Geheimdienstes wird festgehalten, dass Tatunca Nara bei den Indiostämmen der Yaminaũa und der Kaxinawa wie ein Häuptling verehrt wird, und dies, obwohl er doch mit seiner hellen Hautfarbe ethnologisch nicht zu ihnen gehörte.

All jene, die da in Tatunca Nara eben diesen Günther Hauck sehen, sind wohl nie auf die Idee gekommen, dass Tatunca Nara diesem Günther Hauck einfach nur ähnlich sieht, wenn man das überhaupt so nennen kann! Das soll es ja öfters geben! Ich durfte neulich auch meinen fast Doppelgänger flüchtig kennen lernen! Das ist nicht ausgeschlossen!

Nun könnte man noch anbringen, dass Tatunca Nara offensichtlich eine europäische Hautfarbe und Physiognomie hat! Das ist richtig! Jedoch relativiert sich das, wenn man weiß, dass, unabhängig zu unserer Geschichte, im Rahmen des Neubaus einer Fernstraße quer durch das Amazonasgebiet, die brasilianische Indianerbehörde FUNAI im April 1973 einen bis dato unbekannten Indiostamm entdeckte, dessen Mitglieder erstaunlicherweise eine weiße Hautfarbe hatten. Zudem soll ja Tatunca Nara ein Mischling aus einer Deutschen und einem Indio sein. Ein weiterer Faktor macht die helle Hautfarbe ebenfalls erklärbar, wie wir noch sehen werden.

Soviel dazu! Man hat es sich bei der Diffamierung des Tatunca Nara schlicht und ergreifend zu einfach gemacht. Mit diesen Erkenntnissen können wir uns nun unvoreingenommen der eigentlichen Geschichte, der Chronik von Akakor, annehmen.

 

Vorfälle rund um die Chronik von Akakor

 

Wie kam es, dass Karl Brugger von dieser außergewöhnlichen Geschichte um Akakor erfuhr? Wie schon geschrieben kam es am 3. März 1972 in einer Bar in Manaus zum ersten Treffen zwischen Karl Brugger und Tatunca Nara. Wer bei diesem Treffen den Kontakt suchte ist leider nicht bekannt. Es wird lediglich beschrieben, dass dieser Geheimdienstoffizier „M“ den Kontakt zwischen beiden herstellte. Es ist gut möglich, dass Brugger schon im Vorfeld von der Legende des weißen Indianerhäuptlings gehört hat. Daraufhin recherchierte er in alle Richtungen und traf diesen Geheimdienstler, der schließlich den Kontakt herstellte.

Es ist aber genauso gut möglich, dass Tatunca Nara in seiner Verzweiflung, wie wir noch sehen werden, den Kontakt zu Brugger suchte, da er zuvor vergeblich bei der FUNAI oder anderen Behörden Hilfe und Gehör für sein Volk suchte. Wir werden es wohl nie erfahren, was nun der Fall war.

Aber es steht fest, dass Brugger und Tatunca Nara erstmals am 3. März 1972 in der Bar „Gott sei Dank“ in Manaus auf einander trafen.

Bei diesem Treffen hörte Brugger erstmals von der fantastischen Geschichte um die Chronik von Akakor. Diese Geschichte klang so unglaublich und spektakulär, dass Brugger doch erhebliche Zweifel an der Person um Tatunca Nara hegte. In der Folge holte er sich bei „M“ Informationen zu Tatunca Nara ein und glich die Chronik von Akakor in ihren Details mit der offiziellen Geschichtsschreibung der damaligen Zeit ab. Auch wenn viele Punkte der Chronik nicht mit der offiziellen Geschichtsschreibung zu verifizieren waren, gab es doch einige bemerkenswerte Abschnitte welche die Möglichkeit durchaus offen ließen.

Brugger ließ sich auf die Geschichte ein und traf sich noch weitere zwei mal mit Tatunca Nara, diesmal jedoch in seinem Hotelzimmer. In Stunden andauernden Gesprächen erzählte ihm Tatunca Nara im Detail die Chronik von Akakor, welche von Brugger auf 12 Tonbändern aufgenommen wurde und später als Vorlage für das gleichnamige Buch diente.

Bruggers Nachforschungen ergaben folgende Erkenntnisse:

Wie schon erwähnt trat Tatunca Nara erstmals im Jahre 1968 in Erscheinung. Damals ist über dem unerforschten Dschungel der Provinz Acre, nahe der peruanisch-brasilianischen Grenze ein brasilianisches Militärflugzeug abgestürzt. Die überlebenden 12 Offiziere seien vom Stamm der Haischa Indios gefangen genommen worden. Wie auch immer, habe Tatunca Nara die gefangenen Offiziere befreit und durch den Dschungel zurück nach Manaus geführt. Aus Dankbarkeit darüber haben die Soldaten dafür gesorgt, dass Tatunca Nara ein Arbeitsbuch, also eine Art Arbeitserlaubnis, und einen brasilianischen Pass bekam.

1969 kommt es in der brasilianisch-peruanischen Grenzregion zu schweren Kämpfen zwischen Indios und Siedlern, bei denen wie so oft die Indios das Nachsehen hatten. Nach peruanischen Presseberichten sei der Anführer der Indios bei diesen Auseinandersetzungen ein imaginärer kommunistischer Guerillaführer mit dem indianischen Namen „Tatunca, die Große Wasserschlange“ gewesen. Es kann vermutet werden, dass es sich hierbei um Tatunca Nara handelte. Die peruanischen Behörden stellten bei den Brasilianern einen Auslieferungsantrag, welcher jedoch aus unbekannten Gründen abgelehnt wurde. Die Kämpfe dauerten noch bis 1971 an, bis sich die geschlagenen Indiostämme in die unzugänglichen Wälder im Quellgebiet des Rio Yaku zurück zogen. Tatunca (vermutlich Tatunca Nara) blieb zunächst verschwunden, bis er 1972 in der brasilianischen Stadt Rio Branco auftauchte. Dort lernte er den katholischen Bischof Grotti kennen und vertraute sich ihm an. Gemeinsam sammelten sie in den Kirchen der Stadt Lebensmittelspenden für die zurückgezogenen Indios im Rio Yaku-Quellgebiet. Staatliche Hilfe für die Indios, auch Seitens der Indianerbehörde FUNAI, bleibt ihnen verwehrt, da die Provinz Acre offiziell als indiofreie Zone gilt. Drei Monate später findet Bischof Grotti bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz den Tod. Bis heute sind die Umstände dieses Flugzeugabsturzes ungeklärt.

Jedoch lässt sich Tatunca Nara nicht entmutigen und wendet sich an den brasilianischen Geheimdienst. Er möchte mit den zwölf Offizieren als Zeugen seine wahre Identität belegen. Der Indianerschutzbehörde FUNAI berichtet er von bis dahin unbekannten Indiostämmen. Jedoch schenkt man ihm zunächst keine Beachtung. Erst als man im Jahre 1972 seine Angaben bestätigt findet, erklärt sich die FUNAI bereit mit ihm zusammen zu arbeiten.

Einem Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Brasilia erzählt er die spektakuläre Geschichte von 2000 deutschen Soldaten des zweiten Weltkrieges, welche noch immer in Akakor leben würden. Der Botschaftsmitarbeiter hält dies für ein Märchen und verweist Tatunca Nara vom Botschaftsgelände.

Die FUNAI unterdessen beauftragt Tatunca Nara mit der Vorbereitung einer Expedition um einen Kontakt mit den Ugha Mongulala herzustellen. Jedoch scheitern die Vorbereitungen an einem unerklärlichen Widerstand der regionalen Behörden in Acre. Tatunca Nara wird sogar verhaftet und man plant ihn an Peru auszuliefern. Doch zum Glück wird Tatunca Nara von den zwölf Offizieren, denen er zuvor das Leben rettete, befreit und zurück nach Manaus gebracht.

Die zurückliegenden Angaben sind alle schriftlich dokumentiert und entsprechen der Wahrheit.

Zurück in Manaus trafen Brugger und Tatunca Nara erneut aufeinander und beschlossen gemeinsam nach Akakor zu reisen.



Die Expedition begann am 25. September 1972 in Manaus und führte die Gruppe, bestehend aus Karl Brugger, einem brasilianischen Fotografen, genannt „J“, und Tatunca Nara, den Rio Purus hinauf in seinen Oberlauf und weiter den Rio Yaku hinauf, um dessen Quellgebiet zu erreichen. Von dort war geplant, sich zu Fuß durch den Urwald in die Vorgebirgsregion der Anden, nach Akakor zu schlagen. Nach einer Zwischenstation in Sena Madureira und an der Cachoeira Inglesa, wo sie ihr Motorboot gegen ein Kanu eintauschten, schlugen sie sich fortan durch tiefste undurchdringliche Wildnis, bis ihr Kanu am 13. Oktober in einer Stromschnelle kenterte und große Teile der Ausrüstung und des Proviants verloren gingen.

Karl Brugger und „J“ beschlossen umzukehren. Tatunca Nara war über diese Entscheidung ungehalten und schlug sich weiter allein durch den Urwald bis nach Akakor durch.

Karl Brugger hat Tatunca Nara nie wieder gesehen.

Von der Wikipedia erfahren wir noch, dass Tatunca Nara nicht für immer in Akakor blieb. Er tauchte wieder in Manaus auf und verdingte sich fortan als Touristenführer, so angeblich auch für den Amerikaner John Reed.



Nach mehreren Treffen seien die Beiden 1980 aufgebrochen, mit dem Ziel Akakor zu erreichen. Jedoch soll Tatunca Nara allein zurück gekehrt sein. Von John Reed fehlt seither jede Spur. Auch der schweizer Forstwirt Herbert Wanner kehrte 1983 von seiner Expedition nicht zurück und blieb verschollen.



Der Yogalehrerin Christine Heuser aus Kehl ereilte 1987 das gleiche Schicksal. Alle drei vermissten Personen versuchte man Tatunca Nara anzuheften. Jedoch bestritt er jede Beteiligung, ob nun an einem Unfall oder gar an einem Mord. Er bestritt sogar diese drei Personen überhaupt gekannt zu haben.

Am 1. Januar 1985 wird Karl Brugger auf offener Straße von einem Unbekannten erschossen.

Soweit die Daten und Fakten, wie sie offiziell bekannt und niedergeschrieben sind. Was haben wir davon zu halten? Versuchte man am Ende in Tatunca Nara einen glaubwürdigen Sündenbock zu finden um die Vertuschung eines großen Geheimnisses zu tarnen? Sind manchmal die drei vermissten Personen Akakor und seiner Geschichte einfach zu nahe gekommen, auf dass man sie beseitigen musste? Vergessen wir nicht den katholischen Bischof Grotti! Was hat ihm wohl Tatunca Nara anvertraut? Waren diese Informationen derart brisant, dass auch der Bischof verschwinden oder vielmehr auf ewig schweigen musste? Sollte für die Verbrechen an den drei Touristen manchmal der vermeintliche Betrüger und Schurke Günther Hauck (alias Tatunca Nara) herhalten, um die wahren Gründe des Verschwindens von John Reed, Herbert Wanner und Christine Heuser zu vertuschen? Stand auch Karl Brugger kurz davor enthüllende Neuigkeiten über Akakor zu veröffentlichen, weswegen er sterben musste? Was steckt nun hinter der Chronik von Akakor? Ist das Geheimnis von Akakor derart bedeutend, dass die Menschheit nicht davon erfahren darf?

Zumindest einige Aspekte dieser Geschichte haben sich im Nachhinein als wahr herausgestellt, wie wir später noch sehen werden. Ich habe nun nicht vor, die Chronik von Akakor erneut zu erzählen. Dies hat bereits Karl Brugger eindrucksvoll in seinem Buch übernommen. Ich werde bis auf ein paar Zitate lediglich inhaltlich und analytisch auf die einzelnen Kapitel eingehen und logische Schlussfolgerungen ziehen, wie man sie bisher noch nicht in Betracht gezogen hat. Am Ende des Buches hoffe ich sogar die Region realistisch eingrenzen zu können, wo wir die unterirdische Stadt Akakor finden könnten.

Nehmen wir uns nun die von Tatunca Nara auf gesprochene und von Karl Brugger niedergeschriebene Chronik von Akakor Stück für Stück vor! Sie werden doch erstaunt sein und sich unweigerlich fragen woher sich dieser „Hochstapler“, „Betrüger“ und angeblich sogar „Mörder“ dieses umfangreiche Fachwissen im Bereich der Geschichte, der Indianologie der Geographie und der Astronomie aneignen konnte? Noch schwerwiegender wirkt diese berechtigte Frage wenn wir im Verlauf meiner Ausführungen erfahren, dass Tatunca Nara 1972 mit Wissen und Fakten aufwartete, von welchen man offiziell erst viele Jahre später erfuhr!

Also, fangen wir an!